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Medizinische Versorgung

Im Bezirk sind zurzeit 15 medizinische Einrichtungen verschiedenen Typs in Betrieb. Darunter: ein Krankenhaus mit 180 Krankenhausbetten; eine Poliklinik, die 300 Patienten pro Arbeitsschicht behandeln kann, ein Ambulatorium mit 60 Überwachungsplätzen pro Arbeitsschicht; ein Krankenhaus im Dorf Nisimkowischi mit 50 Krankenhausbetten; ein Ambulatorium, wo 20 Krankenhausbetten im Jahr 2001 in Betrieb waren. Des Weiteren gibt es im Kreis drei Dorfambulatorien (in Rowkowitschi, Polessje und Merkulowitschi), acht Ärztehelferstationen mit Abteilungen für Geburtshilfe, eine Krankenstation bei einer Berufsschule und ein Zahnklinikum.

Die Räumlichkeiten des Krankenhauses und das Ambulatorium im Dorf Nisimkowitschi befinden sich in speziell für diese Zwecke vorgesehenen Gebäuden. Die Dorfambulatorien in Rowkowitschi und Merkulowitschi sind in Räumlichkeiten mit Zentralheizung untergebracht, die für medizinische Zwecke umgebaut und umgerüstet wurden. Für das Dorfambulatorium in Polessje wird ein Blockhaus mit Ofenheizung benuzt. Drei Ärzthelferstationen mit Abteilungen für Geburtshilfe sind in speziell für diese Zwecke vorgesehenen Gebäuden mit Zentralheizung untergebracht. Dort werden auch Wohnmöglichkeiten für das bei den Stationen eingesetzte Personal angeboten. Über eigene Fahrzeuge verfügen lediglich zwei Dorfambulatorien − in Rowkowitschi und in Polessje.

Vorgesehen sind 70,5 planmäßige Stellen für Ärze und Stomatologen, 57,5 davon sind besetzt (38 natürliche Personen). Aus den Zahlen ist ersichtlich, dass es einen großen Bedarf an Fachleuten in dieser Branche gibt. Insgesamt werden derzeit 15 Fachärzte benötigt - zwei Kinderärtze, zwei Therapeuten, drei Allgemeinärtze, einen Psychiatren, einen Venerologen, eine Fachkraft für Strahlendiagnostik in der Uroonkologie, einen Röntgenologen, einen Stomatologen, einen Physiotherapeuten und einen Neuropathologen. Alle Ärzte und Krankenschwestern arbeiten auf Vertragsbasis. Der Bedarf an Wohnungen ist gedeckt.

Zu beachten sind folgende Tatsachen, in denen sich demographische Tendenzen im Bezirk niederschlagen: rapide sinkende Geburtenraten vor dem Hintergrund steigender Strerberaten, Bevölkerungsabnahme und hoher Säuglingssterblichkeit. Zu den Faktoren, die die Säuglingssterblichkeit beeinflüssen, gehören Infektionskrankheiten, parasitäre Krankheiten, Krankheiten der Atemwege, Erkrankungen im Verlauf der Perinatalperiode und angeborene Fehlbildungen. Die Sterblichkeit bei Erwachsenen ist vor allem durch Herz-Kreislauf-Krankheiten, Neubildungen, Fehldiagnosen, Vergiftungen und Verletzungen verschiedener Art verursacht. Im Bevölkerungsbild sind die Anteile von alten, alleinstehenden und sozial schwachen Menschen sehr groß. Sterbe- und Erkrankungsraten sind bei Vertretern dieser Bevölkerungsgruppen höher als bei den anderen. Die hohe Säuglingssterblichkeit ist auf mehrere Gründe zurückzuführen. Darunter sind Probleme mit der Besetzung der Ärztestellen und die Qualität der erbrachten Leistungen im Bereich der ersten medizinischen Hilfe.

Vor dem Hintergrund der vielen unbesetzten Ärztestellen − ganz besonders bezieht es sich auf Fachärtzestellen − ist es problematisch Reihenuntersuchungen durchzuführen sowie therapeutische und vorbeugende Maβnahmen vor Ort zu treffen. In diesem Zsammenhang ist die Bevölkerung auf die Beratung und Hilfeleistung bei der Stellung der Diagnose durch mobile Ärzeteams der Gebietsgesundheitsfürsorgestelle in Gomel angewiesen. Die Ärzteteams bestehen aus Fachärzten und Laboranten und sind mit tragbaren diagnostischen Geräten ausgestatet. Im Jahr 2001 wurden durch solche Ärzteteams 3772 Menschen − darunter 2285 Kinder − untersucht.

Die Analyse der Erkrankungsraten bei Erwachsenen und Kindern läβt auf eine Zunahme primärer und allgemeiner Erkrankungen in fast allen Bevölkerungsgruppen schlieβen. Unter den Ursachen der zeitweiligen Arbeitsunfähigkeit unter den Erwachsenen stehen Verletzungen und Vergiftungen ganz oben. Auf Platz zwei stehen akute infektiöse virusbedingte katarrhalische Erkrankungen der oberen Luftwege gefolgt von Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems. Im Vergleich zum Jahr 2001 war eine Zunahme der Erkrankungshäufigkeit bei Infektionskrankheiten, parasitären und onkologischen Krankheiten, Blutkrankheiten und Krankheiten der blutbildenden Organe, Kreislaufstörungen und Krankheiten des Verdauungssystems zu verzeichnen. Bei den Kindern wurde eine Zunahme der Schilddrüsenfunktionsstörungen, Blutkrankheiten und Krankheiten der blutbildenden Organe festgestellt. Im Jahr 2000 lag beispielsweise die Anämiehäufigkeit bei 5,7 Fällen pro 100.000 Kinder, 2001 belief sich dieser Wert auf 43,2 Fälle. Genauso wie bei den Erwachsenen war auch bei den Kindern eine Zunahme von Krankheiten des Verdauungssystems zu verzeichnen. Bei den Kindern war die Häufigkeit dieser Krankheiten doppelt so hoch. Nach wie vor wächst die Zahl der angeborenen Fehlbildungen.

Die Zahl der Umsiedler aus verschiedenen Teilrepubliken der ehemaligen Sowjetunion steigt. Versorgung mit medizinischen Leistungen − Beratungen und Untersuchungen − ist für diese Bevölkerungsgruppe gebührenpflichtig. In der Regel sind die Einkommen in solchen Familien gering, sodass medizinische Untersuchungen für Kinder ins Geld gehen. Aus diesem Grund kommt es vor, dass Kinder aus den Familien mit Migrationshintergrund nicht selten auf therapeutische Maβnahmen und Untersuchungen verzichten müssen. Die Einwandererfamilien fühlen sich deshalb oft in ihren Rechten bescniten.

Maβnahmen zur Gesundung der Kinder werden zweimal im Jahr in verschiedenen Einrichtungen durchgeführt. Unspezifische Therapien in Sanatorien und Kurorten haben 3372 Menschen absolviert, was 52 Prozent der vorgesehnen Zahl beträgt. Darunter 658 (30 Prozent) Erwachsene und 718 Kinder (63,3 Prozent).

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