| Im Bezirk Tschetschersk werden Strahlenmessungen mit Impulszählern in regelmäßigem Turnus durchgeführt. Für diese Zwecke gibt es im Bezirk eine stationäre Messungsanlage, eine mobile fehlt jedoch. Fast alle Kinder und andere Bevölkerungsgruppen, die einer Pflichtuntersuchung unterzogen werden sollen, sind bereits untersucht worden. Jedes Jahr wurden viele Fälle festgestellt, bei denen eine Dosis von über 1 mSv/Jahr nachgewiesen werden konnte. Im Jahr 2001 wurden 8120 Personen untersucht, bei 93 Personen (1,1 Prozent) wurde eine solche Dosis ermittelt. Bei 7 Personen handelte es sich um “verseuchte” Milch, bei 20 Personen war es auf die Verzehrung von Wild und bei 66 Personen auf die Verzehrung von wildwachsenden Pflanzen zurückzuführen. Die Angaben auf der Landkarte, die in der Abbildung 1 zu sehen sind, wurden von dem Institut für Strahlensicherheit “BELRAD” nach individuellen Strahlenmessungen von Kindern im Bezirk Tscheschersk zusammengetragen. Bild.1 Gehalt an Cäsium-137 (in Bq/kg) bei den Kindern im Bezirk Tschetschersk Strahlenmessungen im Bezirk Tschetschersk werden vom Bezirkszentrum für Hygiene und Epidemiologievorbeugung durchgeführt. Zu diesem Zweck werden folgende Anlagen eingesetzt: DBG-06-Ò, SRP-68-01, KRB-1, ÌÊÑ-1117. Anhand dieser Messgeräte werden einmal im Quartal Messungen der externen Strahlenkontaminaion in den Schulen und in den vorschulischen Kindereinrichtungen vorgenommen. Ergebnisse der Strahlenmessungen werden an die Kolchose- bzw. Sowchosevorsizende nur in dem Fall weitergeleiet, wenn dort übermäßige Strahlenwerte fesgestellt werden. Der Vorsizende des Dorfrates wird über die Ergebnisse der Strahlenmessungen in den Schulen, vorschulischen Kindereinrichtungen und im ganzen Dorf unterrichtet. Die Schulen und die vorschulischen Kindereinrichtungen bekommen Informationen über die externe Strahlenkontamination und β-Bestrahlung der Gebäude und Metallkonstruktionen. Auch alle Ärztehelferstationen mit Abteilungen für Geburtshilfe, Dorfkrankenhäuser und -ambulatorien bekommen entsprechende Informationen. Der Kolchose- bzw. Sowchosevorsitzende verfügt über die Informationen über die Bodenkontamination, das sind so genannte Landkarten mit den Angaben der Kontaminationsdichte der Ackerböden. Das Bezirkszentrum für Hygiene und Epidemievorbegung verfügt über Anlagen zur Strahlenmessung und Überprüfung von Lebensmitteln auf ihre Strahlenunbedenklichkeit. Einmal im Jahr werden Kontrollen der Expositionsdosis und Messungen der externen Strahlenkontamination in den vorschulischen Kindereinrichtungen und Schulen des Bezirks durchgeführt. Das Bezirkszentrum für Hygiene und Epidemievorbeugung führt so genannte "Sanitätsökologische Pässe" der untersuchten Objekte. Über die allgemeine Situation werden die Leiter von Schulen und vorschulischen Kindereinrichtungen unterrichtet. Im Bezirkszentrum für Hygiene und Epidemievorbeugung werden ebenfalls Daten der Bodenkontamination, ermittelt durch das Landeszentrum für Strahlenkontrolle und Umweltmonitoring, aufbewahrt.
Die Strahlensicherheit von Lebensmitteln (Gehalt an Cs-137) wird durch das Bezirkszenrum für Hygiene und Epidemievorbeugung für staatliche und private Einrichtungen überprüft.
Milch wird zweimal pro Jahr untersucht. Andere Lebensmittel − Kartoffeln und andere Gemüsearten, Pilze, Beeren, Wild, Trinkwasser, Brot usw. − werden einmal pro Jahr einer Pflichuntersuchung unterzogen, weitere Untersuchungen können nach Bedarf durchgeführt werden. Ergebnisse dieser Untersuchungen werden durch die Mitarbeiter des Bezirkszenrums für Hygiene und Epidemiologie innerhalb von fünf Tagen an die entsprechende Dorfverwaltung weitergereicht. Die Dorfverwaltung reicht die Informationen über die untersuchten Lebenmittel an die Dorfbewohner, denen sie gehören. Des Weiteren werden Ergebnisse der Untersuchungen in den Dorfläden ausgehängt. Das Bezirksexekutivkomitee wird einmal pro sechs Monate darüber unterrichtet. Die Bezirkszeitung informiert ihre Leser über die Strahlenunbedenklichkeit von Lebensmitteln ein- bis zweimal im Monat. Jedes Mal, wenn eine Überschreitung der maximal zuläßigen Norm nachgewiesen wird, wird ein jeder solcher Fälle durch Mitarbeiter des Zentrums für Hygiene und Epidemievorbeugung vor Ort eingehend untersucht. |