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Landwirtschaft

Der Bezirk Slawgorod befindet sich im südlichen Teil des Gebiets Mogilew. Seine Fläche beträgt 132 Tausend ha, 38% davon entfallen auf die landwirschaftliche Nutzfläche. Auf dem Territorium des Bezirks befinden sich 15 landwirtschaftliche Unternehmen und 2 Fabriken zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.  "Slawgoroder Butter-Käsefabrik” OAG und “Slawgoroder Gemüsetrocknungswerk” OAG. Die Produzierung und Verarbeitung landwirtschaflicher Erzeugnisse wurde zur Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung des Bezirks.  

Der gesellschaftliche Sektor spezialisiert sich auf die Produktion von Milch, Fleisch, Korn. Im Privatsektor werden Milch, Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Korn für eigene Zwecke und teilweise auch für die Realisierung produziert.

Eines der Hauptfaktoren, die die Entwicklung der Lanwirtschaft im Bezirk Slawgorod prägen, ist die radioaktive Verseuchung der lanwirtschaftlichen Nutzflächen. Im gesellschaftlichen und Privatsektor werden immer wieder Produkte mit erhöhtem Radionuklidengehalt registriert.  

Im Zusammenhang mit einem hohen Verseuchungsgrad in der Zeit nach der Tschernobylkatastrophe liegen im Bezirk  24 556 ha der landwirtschaftlichen Böden brach.  Die Kontaminationsdicht dieser Böden liegt über den Werten 40 Ci/km2 (137Cs) und über 3 Ci/km2 (90Sr) . Diese Flächen dürfen nicht bestellt oder als Weide genutzt werden.

Derzeit beträgt die landwirtschaftliche Nutzfläche mit der Kontaminationsdichte (137Cs) von über  1 Ci/km2 (mehr als 37 kBq/m2) 88% der Gesamtfläche der landwirtschaftlichen Böden und mit der Kontaminationsdichte (90Sr) von über  0,15 Ci/km2 (mehr als 5,5 kBq/m2) 9,5% der Gesamtfläche. Der Anteil der landwirtschaftlichen Boden mit der Kontaminationsdichte von  5-15  Ci/km2 (137Cs) beträgt 72%, und 99% bei der Kontaminationsdichte von 0,15-0,30 Ci/km2  mit 90Sr. (Bild 1).

Bild 1. Verteilung der landwirtschaftlichen Nutzflächen nach der Kontaminatiosdichte mit 137Cs und 90Sr, %.

Milch. Die Produzierung der verseuchten Milch bleibt das aktuellste Problem. Durch den Verbrauch der kontaminierten Milch bekommt man von 40 bis zu 60% der internen Strahlendosis.. Der Viehbestand beziffert sich auf 1700 Köpfe. Die spezifische Aktivität der Milch erreicht die Werte von  260-423 Bq/l.  Milchproben mit erhöhter Strahlendosis wurden in der Zeit von 1997 bis 2003  in 26 Ortschaften registriert.

Der Hauptgrund dafür ist das Weiden von Vieh auf den Auen, in den Wäldern, Futterbeschaffung auf dem Grünland. Eine spezifische Besonderheit besteht darin, dass sich im Sommer die Menge der kontaminierten Milch vergröβert.  

Nach Angaben der  sanitätsepidemiologischen Stelle des Bezirks ist eine Tendenz zur Verkleinerung des Milchvolumens mit den übermäβigen Strahlenwerten (137Cs) zu verzeichnen. (Bild 2). Dieses Ergebnis wurde durch eine gezielte Verbesserung der Weiden im Privatsektor im Rahmen des Staatlichen Programms zur Bekämpfung der Folgen der Tschernobylkatastrophe erzielt. Das Problem bleibt aber aktuell.  

Bild 2.Anteil der Milchproben aus dem Privatsektor mit übermäβigen Strahlenwerten  (137Cs).  

(Die zulässigen Strahlenwerte für 137Cs in der Milch (1993-1995.- Werte-92 (111 Bq/l), 1996-1998- Werte-96 (111 Bq/l), 1999-2001 - Werte-99 (100 Bq/l)).

Im gesellschaftlichen Sektor variiert sich der Produktionsumfang der kontaminierten Milch von 70 bis 200 Tonnen pro Jahr, das sind 5% des gesamten Produktionsumfangs.

Also muss man weitere Möglichkeiten der Erhöhung der radiologischen Qualität von Futter und der Senkung der Produktion der kontaminierten Milch im Privatsektor suchen. Neben der Anwendung ferrozinbindender Präparate sollte man die radiologische Aufklärungsarbeit auf einem neuen, höheren Niveau fortsetzen.   

Korn. Ein weiteres wichtiges Problem ist die Produktion von Korn mit übermäβigen 90Sr-Werten auf dem Territorium von 7 landwirtschaftlichen Unternehmen in der Nähe von 16 Orten. Die spezifische Aktivität von Korn erreicht die Werte von 11-13 Bq/kg (90Sr). Die Angaben der Strahlenmessung von Korn aus dem Privatsektor liegen nicht vor. Dabei sollte man mit verseuchtem Korn in den Hauswirtschaften wegen der fehlenden Kultivierungstechnologien rechnen.  Das Produktionsvolumen von Korn mit einem hohen Kontaminationsgrad ist klein. Dieses Korn wird als Futter genutzt.

Kartoffeln, Gemüse. Übermäβige Radionuklidengehalte in Kartoffeln, Gemüse und Früchten sind in der letzten Zeit weder im gesellschaftlichen noch im Privatsektor registriert.

Eine Analyse prognostischer Einschätzungen bezeugt, dass der Gehalt von 137Cs im Heu des mehrjährigen Grases, insbesondere auf dem Auengrünland, und der Gehalt von  90Sr im Hafer-, Weizenkorn, in Erbsen, Kartofellnknollen die zugelassenen Werte überschreiten kann.    Die gröβte Wahrscheinlichkeit für solche Strahlendosen besteht auf den sandigen Kompostaschenböden und Torfmoorböden, die in der Bodenstruktur des Bezirks Slawgorod vorherrschen.

Deshalb ist die Auswahl von Anbauflächen  und die Optimierung der Fruchtbarkeit der Nutzflächen ist eine der wichtigsten Richtungen bei der Gewährleistung der Strahlensicherheit der Bevölkerung. Diese Maβnahmen lassen den Gehalt von Radionukliden in den Lebensmitteln senken. Durch die Mergelung saurer Böden kann die Senkung des Gehalts von137Cs und 90Sr  in den Nutzpflanzen um ein Zwei- oder Dreifaches verringert werden je nach der Bodenfruchtbarkeit.

Im Bezirk ist das Problem der Bodenfruchtbatkeit ziemlich aktuell. 21% Ackerland, 32,6% Heuschlag und Weiden brauchen Kalkdünger, 41,9% Ackerland, 86,7% Grünland brauchen Phosphordünger, 68,1% Ackerland und 95,1% Grünland brauchen Kalidünger.  Heuschlag- und Grünlandböden sind weniger fruchtbar als Ackerland, weil sie weniger Dünger bekommen.

Futter. Niedrige Fruchtbarkeit der Böden und unzureichene Mengen von Düngern verursachen niedrige Ernteerträge. Die Fruchtbarkeit des Ackerlandes beträgt 26,3 vereinbarter Einheiten, die Fruchtbarkeit der Heuschläge und der Weiden – 8,6 vereinbarter Einheiten. Die Erträge des Getreides, das mehr als die Hälfte der Ackerflächen beansprucht, beträgt 15-18 Dezitonnen/ha. Der Anbau von Kartoffeln im gesellschaftlichen Sektor schrumpft. Derzeit werden sie nur auf 270 ha angebaut. Dabei betragen die Erträge von Kartoffeln   120 Dezitonnen/ha. Die Senkung des Anbauvolumens von Kartoffeln und Gemüse wird nicht durch die Gefahren, die kontaminierte Lebensmittel in sich bergen, erklärt, sondern durch fehlende Absatzmärkte und ausbalancierte Rohstoff- und Erzeugnispreise..

Im Privatsektor überschreiten die Getreide-, Kartoffeln- und Gemüseerträge in der Regel nicht die im gesellschaftlichen Sektor, öfters sind sie auch niedriger. Auβerdem sind die Erträge im Privatsektor durch höhere Werte des Radionuklidengehalts gekennzeichnet. Die auf dem Lande produzierten Lebensmittel bilden die Ernährungsbasis der Bevölkerung  und sind die Hauptquelle der Strahlenbelastung. In diesem Zusammenhang ist weitere Aufklärungsarbeit  im Bereich des Strahlenschutzes in der Landwirtschaft. 
Landwirtschaftliche Erzeugnisse werden im Bezirk nicht nur durch die Hauswirtschaften des Privatsektors und durch den gesellschaftlichen Sektor, sondern auch durch die Farmen produziert, die sich auf die Pflanzenzucht, Viehmast und Imkerei spezialisieren.  Die Farmflächen sind aber klein und betragen von 19 bis 30 ha. Diese Farmen sind in der Entwicklung begriffen und der Anteil ihrer Produkte am Gesamtvolumen landwirtschaftlicher Produkte des Bezirkes ist gering.

Die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse bestimmt in vielerlei Hinsicht die Entwicklung der Landwirtschaft im gesellschaftlichen und Privatsektor.

 "Slawgoroder Butter-Käsefabrik" OAG

Die Verarbeitungsleistung beträgt 42 Tonnen Milch pro Schicht. Es werden Butter, Käse, Ganzmilchprodukte erzeugt. Die Kapazitäten sind nur zu 55-60% (bei Käse 90%) genutzt. Ca. 60% Käse wird expotiert, hauptsächlich nach Russland.  Die Rentabilität beträgt  1999-2001im Durchschnitt 5,5%. Im Privatsektor werden jährlich  von 1500 bis 2100 Tonnen Milch angekauft (etwa 15% vom gesamten Ankaufvolumen). Die Spezialisten betonen die Möglichkeit der Effizienzerhöhung bei der Produktion der gefragten Nebenerzeugnisse (Buttermilch, Molke),

Die Slawgoroder Gemüsedörrungsfabrik spezialisiert sich auf die Produktion von Dörrkartoffeln,  -gemüse und -früchte. Der Hauptabsatzmarkt ist Russland. Interesse zeigen auch Firmen aus der Baltikumregion. Der Privatsektor ist die Hauptquelle von Rohstoffen. Die Leitung der Fabrik betont, dass bei der vorhandenen Ausstattung kein breites Lebensmittelsortiment  möglich ist, deshalb muss das Ankaufvolumen von Kartoffeln, Gemüse und Früchten begrenzt werden.

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